Aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 29.07.2020

Herr Alexander Jentsch von der Landesforstverwaltung BW, Herr Oberforstrat Leo Sprich und Herr Revierförster Andreas Mauch erläuterten den Mitgliedern des Gemeinderats bei der sogenannten örtlichen Prüfung in drei Walddistrikten den aktuellen Zustand des Gemeindewaldes sowie die Ziele der Forsteinrichtungserneuerung im Zeitraum 2020-2029.
Im Bereich Ortenberg wurde in 3 Waldstücken sichtbar, dass die Trockenheit der vergangenen Jahre besonders den Fichten und Weißtannen Schäden zugefügt hat. Die bisher dominierenden Baumarten Fichte und Weißtanne haben nicht mehr auf allen Standorten eine gute Zukunft. Positiv zu bemerken ist, dass die Hauptbaumarten Fichte, Weißtanne und Buche nur wenig verbissen sind und sich auch die Weißtanne natürlich in der Fläche verjüngen kann. Dies ist nur dadurch möglich, weil unsere engagierten Jagdpächter den Rehwildbestand auf einem für den Wald gesunden Maß halten.
Um dem wärmer werdenden Klima zu begegnen, ist es notwendig den Anteil der Fichten zu reduzieren und durch andere Nadelhölzer wie Douglasie und Lärche, sowie Laubhölzer zu ersetzen und insgesamt standortverträgliche Mischwälder zu generieren. Dazu ist sowohl Durchforstung, Naturverjüngung und das Pflanzen von jungen Bäumen notwendig.
Der Gemeindewald hat eine forstliche Betriebsfläche von 364 ha, davon sind 343 ha Wirtschaftswald, der in den letzten 10 Jahren mit durchschnittlich 1750 Erntefestmetern (Efm) pro Jahr genutzt wurde. Der durchschnittliche jährliche finanzielle Überschuss im Zeitraum 2010 – 2019 betrug 22.000 €.
In den nächsten Jahren wird ein Zuwachs im Gemeindewald von 3.660 Efm pro Jahr erwartet, so dass eine Nutzung von 2.700 Efm pro Jahr nachhaltig ist. Der Waldbestand im Bereich des Steilaufstiegs zum Ortenberg wurde zur Ausweisung als Ausgleichsfläche zur Generierung von Ökopunkten vorgeschlagen, weil es sich um einen Trockenstandort handelt, der sich nicht mehr als Wirtschaftswald eignet und in diesem Bereich seltene Pflanzen und Insekten ihren Lebensraum haben.
Auf Nachfrage aus dem Gemeinderat zum Pflanzen von jungen Bäumen erklärte Herr Revierförster Mauch, dass im Jahr 2020 aufgrund der Bindung der Waldarbeiter zur Aufarbeitung des Schneebruchs leider keine Jungbäume gepflanzt werden konnten. Dies wird im nächsten Frühjahr nachgeholt.
Aufgrund des stark gesunkenen Holzpreises, wird aktuell frisches Holz nur noch auf Kundenwunsch eingeschlagen. Herr Jentsch erklärte, dass Deilingen ein hohes Maß an hiebsreifen Beständen hat, die in den nächsten Jahren eingeschlagen werden sollten, bevor sie durch Trockenheit, Sturm oder Schneebruch beschädigt werden.
Nach der Nutzung des Altholzbestandes sollen auf diesen Flächen standorttypische Mischwälder angelegt werden. Der Gemeinderat nahm vom Vollzug des Forsteinrichtungsplanes 2010-2019 Kenntnis und stimmte der vorgestellten Forsteinrichtungserneuerung für den Zeitraum 2020-2029 mit einem jährlichen Hiebsatz von 2.700 Efm zu.

Die Arbeiten zur Installation der Straßenbeleuchtung im Wohnbaugebiet „An der Steig I“ wurden nach einer beschränkten Ausschreibung an 4 leistungsfähige Fachfirmen der Firma Artur Reiner als Anbieterin mit dem wirtschaftlichsten Angebot übertragen. Für das Hauptangebot wurde der Leuchtentyp Hella Eco Streetline ausgeschrieben. Die Herstellerfirma dieser Leuchte, die Lunux GmbH hat am 02.06.2020 Insolvenz angemeldet. Alternativ zu den ausgeschriebenen Leuchten wurden Leuchten von der Herstellerfirma Siteco angeboten.
Der Gemeinderat wird nun nach einer Bemusterung der verschiedenen Leuchten bei einem abendlichen Ortstermin entscheiden, welche Aufsatzleuchten beauftragt und montiert werden.
Die Montage der Leuchten ist für den Winter 2020/2021 vorgesehen.
Aus der Mitte des Gemeinderats wurde Herr Dipl. Ing. Karl Hermle gefragt, ob zukünftig denkbar sei, über die Straßenbeleuchtung auch am Straßenrand geparkte E-Mobile aufzuladen. Herr Hermle erläuterte, dass die Stromzufuhr der Straßenleuchten nicht dafür ausgelegt ist, dass über die zu verlegenden Erdkabel starken Ströme zur Aufladung von Elektrofahrzeugen zur Verfügung gestellt werden können. Elektrofahrzeuge können eher im Bereich von Wohngebäuden aufgeladen werden.

Der Schneepflug für den Traktor des Bauhofes ist nach einer Nutzungszeit von 22 Jahren verschlissen. Für das Produkt Hydrac Schneepflug LB-III-320-C Cityline mit einer Räumbreite von 2.70 m wurden von der Verwaltung zwei Angebote eingeholt.
Die Firma Heckele GmbH Land- und Gartentechnik aus Epfendorf-Trichtingen, hat zum Preis von 15.330,00 € einschließlich Inzahlungnahme des gebrauchten Schneepfluges das günstigste Angebot abgegeben.
Der Gemeinderat ermächtigte die Verwaltung, das Angebot der Firma Heckele GmbH anzunehmen.

Das Kommunalamt des Landkreises Tuttlingen hat im Rahmen einer überörtlichen Prüfung die Haushalts-, Kassen- und Rechnungsführung der Gemeinde Deilingen in den Jahren 2016-2018 geprüft. Die finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse waren im Prüfungszeitraum geordnet. Die Verwaltung hat sparsam und wirtschaftlich gearbeitet. Die Vorhaben sind gewissenhaft und zügig durchgeführt worden. Eine Schlussbesprechung war nicht erforderlich.
Ebenfalls war keine Stellungnahme der Verwaltung zum Prüfungsbericht erforderlich.
Zum Abschluss der überörtlichen Prüfung der Jahresrechnungen 2016-2018 der Gemeinde Deilingen bestätigt das Kommunalamt gemäß §114 Absatz 5 Satz 2 der Gemeinderordnung-kameral, dass die Prüfung keine wesentlichen Anstände ergeben hat. Von der Prüferin Frau Dold wurde angemerkt, dass die Aufgaben in der Gemeindeverwaltung mit einem sehr geringen Personalbestand erfüllt werden.
Der Gemeinderat nahm vom Bericht Kenntnis und sprach der Verwaltung für ihre Arbeit ein Lob aus.
Dem Neubau eines Lagerschuppens für Maschinen der Firma Josef Weiß KG auf drei Flurstücken im Gewand „Bäräcker“ stimmte der Gemeinderat zu und erteilte das Einvernehmen der Gemeinde zum vorliegenden Baugesuch.

Der Vorsitzende berichtet dem Gemeinderat, dass die Modernisierung des Gemeindehauses im Kosten- und Zeitplan liegt. Die Mitglieder des Musikvereins montieren aktuell die Akustikdecken im Innenbereich des Proberaums im ersten Obergeschoss des Gebäudes. Nach den Handwerkerferien wird die Brandschutzdecke im Erdgeschoss des Gebäudes montiert.

Die Arbeiten zur Neugestaltung des Kirchplatzes wurden abgenommen. Die Firma Oberer muss einen Mangel an der Wasserzufuhr des Brunnens beheben.

Bei den Erdarbeiten zur Erschließung des Wohnbaugebietes „An der Steig I“ wurden unterhalb der Grasnarbe Steinstrukturen entdeckt, die das Landesamt für Denkmalpflege als archäologische Funde einstuft.
Aus der Mitte des Gemeinderats wurden Zweifel an der Einstufung dieser Steinstrukturen als archäologische Funde vorgetragen. Im Gewann An der Steig standen bis etwa ins Jahr 1960 mindestens zwei kleine hölzerne Schuppen, die ein Steinfundament hatten. Zudem gab es einen Beerengarten, der von Steinen umgeben war. Auch am Rande eines früheren Kartoffelackers wurden Steine abgelagert. Unter der Benennung von Zeitzeugen wird sich die Verwaltung mit dem Landesamt für Denkmalpflege zum Sachverhalt äußern.
Aus der Mitte des Gemeinderats wird gefragt, wann die Bauarbeiten zum Bau des Radweges zwischen der Gemeinde Deilingen und der Gemeinde Weilen unter den Rinnen durch das Land eingeplant sind. Der Vorsitzende erläutert dazu, dass eine fehlende naturschutzrechtliche Stellungnahme der unteren Naturschutzbehörde das Verfahren verlängert hat, und das Regierungspräsidium Freiburg für das Vorhaben noch kein Baurecht erteilt hat. Zudem sind die personellen Planungskapazitäten beim RP Freiburg durch das Homeoffice in der Corona-Zeit eingeschränkt gewesen.
Der Bau des Radweges soll voraussichtlich im Jahr 2021 erfolgen.

Eine Anfrage des Gemeinderats zur Vermessung im Bereich eines Gewerbegrundstücks im Gewann Unterm Kreuz beantwortet der Vorsitzende dahingehend, dass ein bestehendes Gewerbegrundstück geteilt wird und auf einer neu gebildeten Teilfläche ein neuer Gewerbebetrieb angesiedelt wird.