Aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 25.07.2018

In den nächsten Tagen verkauft die Gemeinde Deilingen das letzte kommunale Wohnbaugrundstück. Daher ist es notwendig im Bereich An der Steig eine neue Wohnbaufläche mit dem Namen „An der Steig I“ mit einer Fläche von 2,1 ha auszuweisen und zu erschließen. Diese Fläche beinhaltet 23 Wohnbaugrundstücke und soll im zweiten Bauabschnitt durch eine Fläche „An der Steig II“ mit weiteren 37 Baugrundstücken ergänzt werden. Sowohl aus der Gemeinde als auch aus der Region erreichen die Gemeinde ständig Wünsche zum Kauf eines Wohnbaugrundstücks. Der Bebauungsplan An der Steig I wurde in der Zeit vom 16.04.2018 bis 22.05.2018 offengelegt. Von Herrn Dipl. Ing. Karl Hermle wurden die während der Offenlage eingegangenen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange erläutert. Das Wasserrechtsverfahren zur Gebietsentwässerung muss noch durchgeführt werden. Aus der Mitte des Gemeinderats wird angemerkt, dass die Durchschnittsgröße der Wohnbaugrundstücke mit 700 m² sehr großzügig ist und auch geringer ausfallen könnte. Herr Dipl.-Ing. Karl Hermle erläutert dazu, dass der kleinste Bauplatz 538 m² und das größte Baugrundstück 869 m² aufweist. Gegenüber dem Gebiet Schnelling I wurden die Bauplätze verkleinert. Der Gemeinderat wägt die Interessen der Gemeinde mit den vorgebrachten Anregungen der Träger öffentlicher Belange ab und beschließt den Bebauungsplan für das Wohngebiet An der Steig I als Satzung. Im allgemeinen Wohngebiet sind Gebäude mit maximal zwei Vollgeschossen und einer Traufhöhe von 6,50 m bei einer Fristhöhe von 9,00 m zulässig. 40 % der Grundstücksfläche der Baugrundstücke dürfen überbaut werden. Die Wasserleitung des Zweckverbandes Wasserversorgung Hohenberggruppe verläuft bisher durch das Plangebiet und muss zur Erschließung verlegt werden. Das anfallende Schmutzwasser wird über den Kanal An der Steig zur Kläranlage geleitet. Das Oberflächenwasser im Gebiet wird wie bisher dem Mittelbach über ein noch anzulegendes Retentionsbecken mit einem Volumen von 1.500 m³ zugeleitet. Aus der Mitte des Gemeinderats wird angeregt das Volumen des Retentionsbeckens zu erhöhen, um bei Starkregen eine größere Menge an Regenwasser speichern zu können. Es wird vorgeschlagen eine Regenwasserkonzeption für die Bewältigung von Starkregen für das Gebiet zu erstellen. Um das Gebiet mit ausreichend Trinkwasser versorgen zu können sind Investitionen in die Wasserversorgung notwendig. Herr Thomas Gierth vom Ingenieurbüro Miltenberger und Schmid erläutert die vorhandenen Wasserversorgungseinrichtungen und die notwendigen Investitionen (Vergrößerung der Druckleitung zwischen dem Hochbehälter Steig und dem Hochbehälter Nachtweide, Erneuerung der Pumpen, sowie der Elektrotechnik im Hochbehälter Steig). Für den Anbau und die Modernisierung an das Gemeindehaus wurde die Verwaltung ermächtigt einen Architektenvertrag mit dem Planungsbüro Eppler und Bühler zu schließen. Das Gemeindehaus soll um einen Anbau für den Musikverein (Vergrößerung des Proberaums) erweitert werden. Mit den Bauarbeiten für den Anbau sollen verschiedene Modernisierungsmaßnahmen in den Gewerken Heizung, Wärmedämmung, Beleuchtung und Haustechnik (Einrichtung einer Schließanlage) ausgeführt werden. Die Verwaltung wurde vom Gemeinderat beauftragt Modernisierungsmaßnahmen im Bestand des Gebäudes zu überprüfen und die Kosten zu ermitteln. Zur Umsetzung der vom Land Baden-Württemberg beschlossenen Änderung der Gutachterausschussverordnung wurde die Verwaltung ermächtigt mit der Stadt Trossingen eine Vereinbarung über die Einrichtung eines gemeinsamen Gutachterausschusses und einer gemeinsamen Geschäftsstelle zum 1.1.2019 zu schließen. Um den vom Land Baden-Württemberg vorgegebenen Richtwert von 1.000 auswertbaren Verkaufsfällen pro Jahr zu erreichen, ist es nicht mehr möglich den bisherigen Gutachterausschuss beim Gemeindeverwaltungsverband Heuberg mit etwa 220 Verkaufsfällen pro Jahr in der bewährten Organisationsstruktur zu belassen. Aus Sicht der Gemeinde Deilingen hat der Gutachterausschuss beim GVV Heuberg eine gute und sachkundige Arbeit geleistet. Die neue Gutachterausschussverordnung des Landes trägt nur zu Mehrkosten und zu mehr Bürokratie bei. Die bisher ehrenamtlich tätigen Gutachter der Gemeinde Deilingen werden in den zu bildenden Beiräten weiterhin ihre Aufgaben erfüllen und ihre Sachkenntnis in die Erstellung der Gutachten einbringen. Der Jagdpachtvertrag zwischen der Jagdgenossenschaft Deilingen (Vertritt die Interessen der Grundstückseigentümer) und den Mitgliedern der Jagdgesellschaft Deilingen (Jagdpächter) aus dem Jahr 2007 endet zum 31.03.2019. Die Zusammenarbeit zwischen der Jagdgenossenschaft und den Mitgliedern der Jagdgesellschaft war in den vergangenen Jahren gut. Die Jagdpächter haben ihre jagdlichen Aufgaben erfüllt. Das forstliche Gutachten vom 24.05.2018 enthält nur geringe Verbissschäden. Der Rehwildabschuss wurde in den vergangenen Jahren beinahe zu 100 % erfüllt. Die Jagdpächter tragen entscheidend dazu bei, dass die Gemeinde Deilingen ihre waldbaulichen Ziele in Bezug auf die natürliche Verjüngung des Waldes ohne Einzelschutz und Zäune bei der Baumart Tanne und beim Laubholz erreichen kann. Dem Gemeinderat liegt ein Antrag der Jagdgesellschaft auf Pachtung des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Deilingen sowie ein Antrag von zwei örtlichen Jägern zur Pachtung des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Deilingen vor. Aufgrund der guten Arbeit der Jagdgesellschaft Deilingen beschloss der Gemeinderat mit 10 Ja-Stimmen und einer Enthaltung den Bürgermeister zu bevollmächtigen mit den Mitgliedern der Jagdgesellschaft Deilingen auf der Grundlage des kommunalen Vertragsmusters des Gemeindetags Baden-Württemberg einen Vertrag zur Verpachtung des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Deilingen mit einer Vertragsdauer von 12 Jahren zu schließen. Zur beantragten Nutzungsänderung des bestehenden Wohn- und Geschäftshauses Im Dörfle 14 stellte der Gemeinderat das Einvernehmen her. Zum Neubau eines Carports auf dem Flurstück 4212, Uhlandstraße 19 stellte der Gemeinderat das Einvernehmen zu den beantragten Befreiungen in Bezug auf den Stauraum vor dem Carport und die Dachneigung her. Der Bürgermeister berichtet darüber, dass die Straßenbauarbeiten in der Silcherstraße und im Rebbergweg aufgrund der Erkrankung des Bauführers der Firma Christian Koch in Verzug geraten sind. Die Silcherstraße wird jedoch vor den Betriebsferien der Firma Koch soweit hergestellt sein, dass die Oberfläche befahren werden kann. Die Arbeiten zur Erneuerung des Dachs des Gebäudes Hauptstraße 62 (Arztpraxis) werden von der Zimmerei Stier aus Bubsheim am 20.08.2018 begonnen. Der Vorsitzende berichtet über das Ergebnis der Arbeitsgruppe zur Neugestaltung des Kirchplatzes bei der Marienkirche. Das Büro Röcker Freiraumplanung aus Balingen wurde vom Gemeinderat mit der Planung zur Neugestaltung des Kirchplatzes beauftragt. Die Marienkirche ist das älteste Gebäude in unserer Gemeinde. Der Kirchplatz bei der historischen Marienkirche steht im Eigentum der katholischen Kirchengemeinde. Die bürgerliche Gemeinde möchte dieses zentrale Grundstück in der Ortsmitte aufwerten und hat sich darum bereit erklärt, die gesamten Planungs- und Baukosten bis auf die Kosten für die Erneuerung des Brunnens zu tragen. Mit der Neugestaltung des Kirchplatzes wird ein neuer Brunnen, Blumenbeete, Sträucher, Bäume, sowie ein barrierefreier Zugang zur Marienkirche angelegt. Die historische Marienkirche soll in Zukunft wieder mehr für Gottesdienste und Andachten genutzt werden.