Aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 03.06.2019

Die Mitglieder des Gemeinderats informierten sich im Rahmen einer Ortsbesichtigung zum kommunalen Bauvorhaben, Modernisierung und Anbau an das Gemeindehaus, Gebäude Im Dörfle 20 über den Baufortschritt der im April 2019 begonnenen Arbeiten. Die Mittglieder des Musikvereins haben bereits im Innenbereich des Gebäudes die Dach- und Wandverkleidungen entfernt, damit anschließend die Zimmereiarbeiten für den Anbau ausgeführt werden können. Zur der Herstellung des Anbaus auf der Nordseite des Gebäudes wurden bereits die Tiefbauarbeiten für die Fundamente ausgeführt. Durch die Energieversorgung Rottweil wird der Gashausanschluss für das Gebäude neu verlegt. Um gehbehinderten Musikern und Besuchern des Gemeindehauses zukünftig einen barrierefreien Zugang zum 1. OG des Gebäudes zu ermöglichen, wird statt des ursprünglich vorgesehenen Lastenaufzugs zum Transport des Schlagzeugs und des Equipments des Musikvereins, ein einfacher Personenaufzug eingebaut, in dem auch Lasten transportiert werden können. Damit erhält die öffentliche Einrichtung Gemeindehaus in Zukunft einen barrierefreien Zugang. Ein einfacher Personenlift mit den Außenmaßen 1,50 m mal 1,50 m kostet 40.000 €, ein einfacher Lastenaufzug hätte nur Kosten von 15.000 € verursacht. Die Fläche im Erdgeschoss des im Bau befindlichen Anbaus an das Gemeindehaus könnte zukünftig eingehaust und als Lagerfläche genutzt werden. Der Gemeinderat stimmte dem Einbau eines einfachen Personenaufzugs für das Gemeindehaus einstimmig zu.

Die bisherigen Garagen der Freiwilligen Feuerwehr im Gebäude Hauptstraße 1 wurden in diesen Tagen ausgeräumt. Die Garagen dienen nun als Lagerfläche für die Utensilien des Musikvereins, da der bisherige Proberaum des Musikvereins im Gemeindehaus zur Ausführung der Bauarbeiten vollständig ausgeräumt werden musste. Zudem wurden Möbel für Asylbewerber, sowie Gegenstände des Rathauses und des Bauhofes in das bisherige Feuerwehrmagazin eingelagert. Um den Mobilfunkempfang im Netz der Telekom im östlichen Gemeindegebiet zu verbessern wurde der Telekom das Dachgeschoss des Rathauses zum Einbau einer Mobilfunkeinheit angeboten. Die Telekom prüft aktuell im Rahmen einer bautechnischen Begehung, ob der Standort Rathaus geeignet ist, um eine Mobilfunkeinheit aufzunehmen und damit den Mobilfunkempfang im gesamten Gemeindegebiet zu verbessern. Auch die Netzbetreiber Vodafone und Telefonica wurden von der Gemeinde gebeten, ihr Mobilfunknetz im Gemeindegebiet auszubauen. Leider haben diese beiden Netzbetreiber nicht auf die Bitte der Gemeinde reagiert. Der Gemeinderat unterstützt das Bemühen der Verwaltung im Bereich des Gebäudes Hauptstraße 1 eine Mobilfunkeinheit der Telekom zu errichten. Alternativ sollte die Telekom auch prüfen, ob die Sendeeinheit auf dem Wochenberg auf der Gemarkung Schörzingen ertüchtigt werden kann, um den Mobilfunkempfang im Gemeindegebiet Deilingen-Delkhofen zu verbessern.

Zur Errichtung einer landwirtschaftlichen offenen Geräteüberdachung auf dem Flurstück 533/1 erteilte der Gemeinderat das Einvernehmen. Aus der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2018 ist zu entnehmen, dass die Anzahl der Straftaten gegenüber dem Jahr 2017 von 10 Straftaten auf 11 Straftaten leicht angestiegen ist. Die Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100.000 Einwohner) hat sich von 587 im Jahr 2017 auf 639 im Jahr 2018 erhöht. Die Kriminalitätsbelastung in Baden-Württemberg betrug im Landesdurchschnitt 5.191 Straftaten je 100.000 Einwohner. Die Gemeinde Deilingen liegt mit einer Häufigkeitszahl von 639 deutlich unter diesem Wert. Als Zwischenstand zur Aufarbeitung von Schneebruchholz gab Bürgermeister Ragg bekannt, dass auf dem Heuberg auf 14 Gemarkungen insgesamt 60.000 Festmeter Schadholz durch Schneebruch angefallen sind. Mehr als 1.500 Waldbesitzer sind vom Schneebruch betroffen. In Deilingen sind in Privat- und Kommunalwald insgesamt 3.000 Festmeter Schneebruchholz aufzuarbeiten. Der jährliche Einschlag im Kommunalwald beträgt 1.700 Festmeter. Das Schneebruchholz wird größtenteils durch die privaten Waldeigentümer selbst aufgearbeitet. Durch die Dürreschäden des Jahres 2018 sind erhebliche Mengen an Holz in Mitteleuropa angefallen. Durch das Überangebot an Holz ist der Marktpreis des Holzes im Durchschnitt um etwa 20-25% zurückgegangen. Durch die große Menge an Schneebruchholz können sich Schadinsekten, wie der Borkenkäfer leicht vermehren. Zu dem Schaden durch Schneebruch werden sich in diesem Jahr daher noch Schäden durch den Befall von Borkenkäfern ergeben. Dies führt insgesamt dazu, dass die Kosten für die Aufarbeitung des Holzes steigen (viele einzelne geschädigte Bäume) und gleichzeitig die Erlöse wegen des Preisverfalls zurückgehen. Die Gemeinde rechnet mit einem Defizit im Waldhaushalt des Jahres 2019.

Die Firma Efinger Tief-und Straßenbau wird in den nächsten Tagen mit der Unterhaltung des verrohrten Mittelbachs im Bereich der Rinnenstraße beginnen. Die Anlieferung des Baumaterials kann über Privatgrundstücke erfolgen. Das Gewässer 2. Ordnung Mittelbach ist auf einem Privatgrundstück seit dem Jahr 1971 in Rohre gefasst. Diese Rohre müssen nun in einem Teilbereich von etwa 15-20m ausgetauscht werden.

Für die Erschließung des Wohnbaugebiets An der Steig hat die Gemeinde die wasserrechtliche Erlaubnis beim Landratsamt beantragt. Sobald diese erteilt ist, kann mit der Vorbereitung der Ausschreibung der Bauleistungen begonnen werden.

Der Vorsitzende berichtet, dass die Gemeinde Deilingen aktuell 19 Asylbewerber im Rahmen der Anschlussunterbringung aufgenommen hat. Das durch den Landkreis Tuttlingen festgelegte Aufnahmesoll der Gemeinde liegt bei 25 Asylbewerbern.

Für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement im Gemeinderat der Gemeinde Deilingen zeichnete der Vorsitzende Frau Gemeinderätin Heidi Meixner für 10 Jahre, die Herren Gemeinderäte Ewald Weinmann, Hartwig Weinmann, Hans Weber und Willi Schätzle für 10 Jahre, sowie die Herren Gemeinderäte Alwin Meicht und Gerhard Reiner für 25-jährige ehrenamtliche Arbeit im Gemeinderat aus. Bürgermeister Ragg verlieh den verdienten Kommunalpolitiken die Ehrennadel und die Ehrenstele des Gemeindetages Baden-Württemberg verbunden mit dem Dank für ihre Ideen, ihre Zeit und ihr Engagement, das sie ehrenamtlich in den Dienst der Gemeinschaft gestellt haben. Er dankte den Mitgliedern des Gemeinderats für die sachorientierte Arbeit im Gremium und freute sich auf die weitere Zusammenarbeit. Aus dem Gemeinderat wurde gefragt, wer sich um die Unterhaltung der Infotafeln der Region der 10 Tausender kümmert. Der Vorsitzende erklärte, dass die Infotafeln an den höchsten Erhebungen der Schwäbischen Alb demnächst vom Verein Heuberg aktiv erneuert werden. Aus der Mitte des Gemeinderats wurde eine Anfrage zum zeitlichen Horizont des Breitbandausbaus mit Hilfe der Bundesförderung oder ohne Bundesförderung gestellt. Der Vorsitzende erklärt, dass die Gemeindeverwaltung aktuell einen Förderantrag zum Bundesprogramm Breitbandausbau für die Anbindung der Grundschule und die Gewerbegebiete vorbereitet. Sofern der Antrag bewilligt wird, soll der Breitbandausbau in diesen Gebieten mit Hilfe der Bundesförderung im Jahre 2020 beginnen.